Kaschan (Kāschān, Keshan)

Keshan, KaschanHerkunft und Geschichte

Die Stadt Kaschan in der Provinz Isfahan im Zentral-Iran ist Namensgeberin dieser führenden klassischen Provenienz, die seit hunderten von Jahren in etwa 80 Dörfern dieser Region gefertigt wird.

Bereits im 16. und 17. Jahrhundert erfolgte hier die Gründung der ersten Teppichmanufakturen unter der Fürstendynastie der Safawiden. Die hier verwandte Knüpftechnik geht zurück auf das 11. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen wurden Teppiche zutage gefördert, deren Entstehung man sogar in die Zeit vor Christi Geburt datiert. Auch der bis heute älteste exakt datierte Perserteppich manifestiert die historische Bedeutung dieser Provenienz hinsichtlich des Teppichknüpfhandwerks. Es ist der sogenannte Arbedil-Teppich aus der Moschee von Ardebil aus dem Jahr 1539/40.

Charakteristik

Das klassische Kaschan-Muster zeigt ein zentrales Medaillon umgeben von einer Vielzahl variantenreicher pflanzlicher Motive, wie zum Beispiel den Shah Abbas Blüten, Palmetten, Arabesken und Blättern. Oftmals findet man auch kleine Vögel und Tiere. Auch der Rahmen ist mit floralen Motiven ausgestaltet. Weitere Muster bestehen aus Nischen-, Baum- und figurativen Motiven bis hin zu herrlichen Bild- und Jagdszenen.

Der Kaschan wird als einziger Orientteppich mit dem asymmetrischen persischen Knoten geknüpft. Der Flor ist in der Regel sehr dicht. Schuss und Kette bestehen aus Baumwollgarn, der Flor aus Wolle. Bei sehr hochwertigen Stücken werden Flor und Kette teilweise aus Seide gefertigt. Bei alten Kaschan-Teppichen fällt auf, dass mindestens ein blau gefärbter Schussfaden eingewebt wurde.

Die häufigsten Grundfarben sind Rottöne, dunkles Blau und Beigetöne. Selten findet man ein fahles Grün.
Die Knüpfdichte liegt etwa zwischen 90.000 und 380.000 Knoten pro Quadratmeter.